Internatsschule "Hariharananda Balashram"

Schule für unterprivilegierte Kinder

Video von Agnes Ackerl.
Die Videos im Original finden Sie auch im Downloadbereich.

 


Die Schule

Der „Hariharananda Balashram“ ist eine karitative, staatlich anerkannte  Internatsschule im indischen Bundesstaat Orissa, die sich in dem kleinen Ort Arua - 80 km von Cuttack - befindet. Sie wurde 2004 mit dem Ziel eröffnet, armen und hilflosen Kindern aus der Region ein neues Zuhause zu geben und ihnen eine 12-jährige, allumfassende Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen, die ansonsten nur Kindern aus gut verdienenden Familien vorbehalten ist. Bildung ist auch hier der Schlüssel zur Armutsbekämpfung. Zurzeit leben und lernen 280 Schülerinnen und Schüler in dem Internat. In weniger als 5 Jahren soll die Schule über 480 Schülern Obdach geben. Der Grundbesitz umfasst mehr als 4 Hektar.

Hand in Hand baut zusammen mit der örtlichen indischen Non-Profit Organisation Prajnana Mission die Balashram Internatsschule auf. In den letzten Jahren wurden mit Hilfe von Spenden ein Schulgebäude, eine Mädchenunterkunft (in der sich zurzeit noch Schulküche und Schulkantine befindet) und eine Jungenunterkunft errichtet. Im Bau befinden sich momentan noch das neue Vorschul- und Kindergartengebäude sowie die Schulkantine mit angeschlossener Küche.

Der Ausbau der Personalunterkünfte für die wachsende Anzahl von Beschäftigten und deren Familien schreitet zügig voran.

In einem großen Stall auf dem Grundstück leben 70 Kühe, denn die Kinder sollen täglich mit frischen Milchprodukten versorgt werden.

Mittlerweile zeitigt der Bau der Internatsschule Balashram auch Auswirkungen auf die Infrastruktur des strukturschwachen Dorfes Arua sowie in der Region: Lebensmittelhändler und Gemüsebauern profitieren von der großen Nachfrage seitens der Schule; die Dorffrauen können Näharbeiten durchführen, denn pro Kind werden jedes Jahr 3 Kleider benötigt. Die Ambulanzstation VHP hat vor kurzem auf dem Schulcampus eröffnet und bietet den sozial Schwachen der Umgebung kostenlose ärztliche Versorgung an.


Die Schülerinnen und Schüler

Der Balashram dient zurzeit 280 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 3 und 13 Jahren als Schul- und Wohnstätte – davon die Hälfte Mädchen, was in Indien nicht selbstverständlich ist. Alle Schülerinnen und Schüler kommen aus entlegenen ländlichen Gebieten in Orissa und sind zum Teil Halb- oder Vollwaisen.

Jedes Jahr im April werden 40 neue Jungen und Mädchen im Alter von 3-4 Jahren in das Internat aufgenommen, die vorher von einem Schulkomitee gewissenhaft ausgewählt wurden. Dabei werden die finanziellen Verhältnisse der Eltern oder Verwandten vor Ort geprüft, um sicherzugehen, dass wirklich nur Kinder aus völlig mittellosen Familien den Balashram besuchen werden. Sobald ein regelmäßiges Einkommen, ein kleines Haus oder Grundbesitz vorhanden sind, wird ein Kind nicht ausgewählt. Falls ein Kind Halb- oder Vollwaise ist, hat es eines der Kriterien erfüllt und kommt in die engere Auswahl. Viele später aufgenommen Jungen und Mädchen stammen übrigens aus indigenen Stämmen. Seit neuestem liegen in der Schule Bewerbungsbögen aus, damit Eltern oder Verwandte das Auswahlkomitee initiativ auf ein Kind aufmerksam machen können.


Der Unterricht

Der Balashram ist eine englischsprachige Mittelschule. Es werden vier Sprachen unterrichtet: Englisch, Hindi, Oriya und Sanskrit. Außerdem werden Naturwissenschaften und Mathematik gelehrt. Großen Wert wird auch auf eine musische Erziehung gelegt: zum Stundenplan gehören auch Tanzen, Musik und das Erlernen des Tabla-Spielens. Seit kurzem wird auch praktischer Unterricht in Garten- und Handarbeit angeboten.

 

Das spielerische Lernen nimmt einen besonders großen Raum ein, es gibt auch einen Spielplatz, diverse Sportgeräte und sogar Fahrräder. Der Tag beginnt für die Kinder mit Morgengymnastik und Yoga. Die Klassenzimmer sind mit Arbeitstischen, Stühlen und Spielbrettern ausgestattet. Mittlerweile gibt es auch ein Computerlabor sowie eine kleine Bibliothek. Offizielle Vertreter staatlicher Bildungseinrichtungen statteten dem Balashram schon einen Besuch ab und lobten das Schulmodell.

Es gibt derzeit sieben Klassen: Vorschulklasse ("Nursery"), Kindergartenklasse ("KG"), Standard I, Standard II, Standard III, Standard IV und Standard V.


Die Lehrerinnen und Lehrer

Die Lehrer und Betreuer der Schule werden von einem Komitee entsprechend ihren akademischen Qualifikationen ausgewählt.

Sie leben mit ihren Familien auf dem Balashram Schulgelände. Ein Ausschuss prüft den Unterricht und stellt damit sicher, dass alle bildungsfördernden Ziele erreicht werden.

 

 

 

 


Schulcampus

Das zweigeschossige, 3.400 m² große Schulgebäude auf dem Schulcampus soll einmal 480 Schülerinnen und Schülern Platz bieten. Im Erdgeschoss befinden sich Klassenräume, das Lehrerzimmer, das Büro des Schuldirektors, das Computerlabor, die Schulbibliothek sowie Toiletten. Im ersten Stockwerk gibt es weitere Klassenräume und Toiletten. Im zweiten Stock sollen sich zukünftig Laboratorien für den naturwissenschaftlichen Unterricht und ein weiteres Computerlabor befinden.

 

 

Die zwei Stockwerke hohe und 5.000 m² große Mädchenunterkunft beherbergt alle Mädchen der Klassen Standard I-V des Balashrams. Außerdem sind die kleinen Jungen der ersten drei Klassen dort untergebracht. Speisesaal und Küche der Internatsschule befinden sich bis zur Eröffnung des im Bau befindlichen Kantinengebäudes ebenso dort.

Die Bauarbeiten an der zweistöckigen Jungenunterkunft sind so gut wie abgeschlossen. Zurzeit bewohnen die 40 Jungen der Klassen Standard IV und V das Hostel. Es gibt sogar eine kleine Bibliothek dort und Klassenzimmer für den Nachhilfeunterricht und die Hausaufgabenstunden.

 

Im Vorschul- und Kindergartengebäude sind die jüngsten Schüler der Balashramschule zuhause: 80 quirlige Mädchen und Jungen leben, spielen und lachen hier zusammen mit ihren Betreuerinnen. Auch bei den Mahlzeiten bleiben die Kleinsten unter sich: gegessen wird nicht im Speisesaal der Mädchenunterkunft, sondern hier! Gegenwärtig entsteht ein paar Meter weiter ein neues Vorschul- und Kindergartengebäude, dass mehr Platz und Möglichkeiten bieten wird.

Eine Reihe von neuen Personalunterkünften steht kurz vor der Fertigstellung. Sie befinden sich auf dem Gelände der Jungenunterkunft. Inzwischen ist dort auch ein kleiner Garten entstanden, in dem die Kinder erste Erfahrungen mit verschiedenen Pflanzen sammeln.

Etwa zweihundert Meter entfernt befindet sich der zukünftige Sportplatz. Die Planungen hierfür befinden sich noch im Anfangsstadium.

Im August 2010 öffnete das Village Health Project VHP auf dem Schulcampus seine Pforten. Hier werden nicht nur alle Balashramschüler und das Personal regelmäßig von Ärzten versorgt. Auch mittellose Patienten aus den umliegenden Dörfern können hier endlich kostenlose medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. In Planung ist ein größeres Gesundheitszentrum in der Gegend.

Im unweit gelegenen Kuhstall leben momentan etwa 70 Kühe, dazu kommen noch einige Kälber. Den Kühen verdanken die Balashramschüler ihr morgendliches und abendliches Glas Milch. In naher Zukunft will man die benachbarten Gebäude übrigens mit aus Kuhdung gewonnenem Biogas versorgen.

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